Vinyl LP 12'' | Porno mit Adorno - Nachrichten über das beschädigte Leben (2022)
Vinyl LP 12'' | Porno mit Adorno - Nachrichten über das beschädigte Leben (2022)
Vinyl LP 12”
«Porno mit Adorno»: Hyper-Pop meets Frankfurter Schule
Das Album zum gleichnamigen Theaterstück (Regie: Felix Rothenhäusler), das im Januar 2022 im Theater am Neumarkt Premiere feierte.
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Tracklist:
01. PmA-Jingle
02. Alles ist Tot I
03. Hurt (Christina Aguilera Cover) feat. Faber
04. Alles ist Tot II
05. Cold Dark
06. Ich fühle Nichts feat. Faber
07. Alles ist Tot III
08. Stahlbad (ehemal Hardstyle)
09. Alles Rächt sich
10. Lascia mi Dormir
11. Bonus: Lasciatemi Morire
veröffentlicht am 16. Dezember 2022
Musik: Moritz Widrig, Silvan Koch, Joachim Flüeler, Janos Mijnssen, Julian Pollina
Texte: Julian Pollina, Hayat Erdogan
Mix: Aaron Ahrends
Mastering: Zino Mikorey
Artwork: Pascale Lustenberger
Production: Theater am Neumarkt
Label: sàd Records | © alle Rechte vorbehalten
So klingt das beschädigte Leben im Jahre 2022: hart, kalt, gefühlsbetont, melancholisch, sehnsüchtig, arrogant, berührend. Minutiös durchkomponiert, musikalisch dicht und zum Durchdrehen berauschend klingen selbst die katastrophalen Eilnachrichten.
Würde der Philosoph Theodor W. Adorno heute noch leben, käme er wohl kaum aus dem kritischen Theoretisieren raus. Ja, es gibt kein richtiges Leben im falschen. Frankfurt School eben. Mehr fortschreitende Zerstörung, mehr Überforderung ob des apathischen, lähmenden Zustands geht kaum. Wo also Schönheit und Trost finden, wenn alles tot ist, wenn uns vielleicht nichts bleibt als diese eine Zeit, in der wir leben?
«Porno mit Adorno», ein musikalisches Wagnis, eine pop-experimentelle Zumutung aus der Zukunft, das zwischen Sprechoper, Hyper-Pop, Hardstyle, Autotune und Chorälen aus dem Echoraum des Digitalen changiert, trifft auf die warme, gefühlsbetonte Stimme von Faber, die allem beschädigten Leben zum Trotz unter die Haut geht, berührt und zu Hoffen gibt. 11 Tracks hat das Album, das eine emotionale Achterbahnfahrt ist. Eine musikalisch atemberaubende Reise voller Unabwägbarkeiten, die mal ins Herz treffen, mal ekstatisch zum Tanz einladen und vor allem eine körperliche Erfahrung sind. Alles steuert auf die Apokalypse zu, nicht aufzuhalten ist die grosse Zerstörung, das letzte Erdbeben und während Nachricht auf Nachricht an uns vorbeirauscht, bleibt gerade mal Zeit für eine Gefühlsregung in Hashtaglänge.
Spätestens wenn Faber «Ich fühle nichts» singt, ist klar: hier ist alles gefühlt, die Tragik des Weltzustands und die Tragik des Nicht-Fühlenkönnens.